Indianische Musiker spielen Folk, Blues und Rock aus den USA live im KJK Sandgasse

Die beiden indianischen Musiker Mitch Walking Elk und Wade Fernandez starten am morgigen Freitag, 29. Mai, auf der Bühne des KJK Sandgasse ihre Deutschlandtournee. Anlässlich des Native American Days werden sie wie in den Vorjahren das Publikum mit Stories und Songs aus dem indianischen Amerika kurzweilig unterhalten, nachdenklich stimmen und auf alle Fälle begeistern. Dabei ist die Vita der beiden Künstler, die in den vergangenen Jahren jeweils auch den begehrten Native American Music Award (NAMA) für ihr jeweiliges Werk erhielten, sehr unterschiedlich.

Mitch Walking Elk, der in St. Paul/Minnesota auch als Sozialarbeiter arbeitet, wurde als Kind von den Behörden der Familie entrissen und in eine der berüchtigten Internatsschulen gesteckt, die indianische Kinder von ihrer Kultur entfremden sollten. Mit Hundertausenden anderer indianischer Kinder teilte er dieses Schicksal, das die entwurzelten jungen Menschen dann häufig in Drogen- und Alkoholkonsum, Selbstmord und Kleinkriminalität trieb. Auch Walking Elk hatte eine Drogen-, Alkohol- und Gefängniskarriere hinter sich, bis er durch die indianische Bürgerrechtsbewegung „American Indian Movement“ und das Musikmachen ein neues Selbstbewusstsein aufbaute und sich politisch und künstlerisch für die Selbstbestimmungsrechte der Native Americans anfing zu engagieren.

Seit 1986 hat Walking Elk fünf CDs produziert und eine Autobiografie geschrieben, die beim Traumfänger-Verlag auch in Deutsch unter dem Titel „There will be no surrender – Ich werde mich nie ergeben“ 2012 erschienen ist. Das Spektrum seiner Lieder, die er meist mit einer Western-Gitarre begleitet, reicht von Folk- und Country-Balladen über Rock’n’Roll-Adaptionen bis hin zum Blues und Rock, vornehmlich mit sozialkritischen Texten und politisch engagierten Aussagen. Wade Fernandez, der aktuell in der Menominee-Reservation in Wisconsin lebt, arbeitet ebenfalls neben seiner Künstlerlaufbahn engagiert in Jugendmusikprojekten und anderen Stammesprojekten mit. Sein beeindruckendes Gitarrenspiel integriert Elemente von Blues, Jazz, Rock, Balladen, Folk aber auch traditioneller Musik.

Bei seinem jüngsten Konzert in Offenbach verblüffte er das Publikum damit, dass er zwei indianische Flöten gleichzeitig spielte. Fernandez ist ein Meister der leisen Töne aber zugleich auch des expressiv wilden E-Gitarrenspiels. Das Jugendkulturbüro-Projekt „offRock“ des Offenbacher Jugendamts und der Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte „Tokata – LPSG RheinMain e.V.“ haben nun beide Musiker wieder nach Offenbach geholt, wo der Auftakt der diesjährigen Sommertournee durch Deutschland stattfindet.

Karten gibt es noch im Vorverkauf für acht Euro plus Gebühren sowie für zehn Euro an der Abendkasse. Einlass ist ab 20 Uhr. Telefonische Bestellungen werden unter 069 8065-3969, -2159 und 0177 5736790 entgegengenommen.

(hlwa)
Fotos: Mitch Walking Elk und Wade Fernandezmitch-wade-smi-mail