Julia Schramm im Interview auf dem #bpt14.2

Interview mit Julia Schramm auf dem Bundesparteitag der Piraten in Halle 29.06.2014

(von Heike Laura Wagner-Adolff)

 

1. Welche Signalwirkung geht vom Bundesparteitag für die Partei intern und extern für Deutschland aus? Welche Schlüsselsignale wollen die Piraten setzen?

Intern geht ein klares Signal aus: 2/3 der Partei haben sich für unpolitische Kandidat_innen ausgesprochen. Die Leute mit absolut leeren Floskeln haben sich durchgesetzt. Es ging nicht um politische Signale, sondern darum „die Linken“ abzustrafen, zu besiegen. Und natürlich „die Feministinnen“. Die einzig gewählte Frau im Bundesvorstand, Frau Schmiedke, lehnt feministische Ansätze dezidiert ab und wurde dafür u.a. auch gewählt. Die „Nichtvisionär_innen“ haben eindeutig gewonnen. Und deutschlandweit geht sowieso keine Signalwirkung aus. Die Piratenpartei hat doch in Deutschland politisch keine Relevanz mehr – also abgesehen einigen Mandatsträger_innen. Es bestünde eine Chance, wenn man sich subversiver, visionärer Politik annähme und nicht braver als die Junge Union aufträte.

2. Wo hakt es, wo sind die signifikanten Schwachstellen?

Es gibt keine verbindliche Ebene der Entscheidungsfindung mit Hilfe des Internets – etwas, was den Wähler_innen 2011 in Berlin und somit bundesweit auch versprochen wurde. Dadurch reproduzieren sich die gleichen Strukturen wie in anderen Parteien auch. Da kommen dann so altbackenen Ideen wie Länder- und Finanzrat. Da kann ich mich auch bei jeder anderen Partei engagieren. Der Ansatz von Liquid Democracy wäre vielleicht der Hack für verkrustete Strukturen gewesen, die Möglichkeit innerparteiliche repräsentative Demokratie zu flexibilisieren. Ist aber nicht passiert.

Und dass sich klassische Machtpolitik einfach wiederholt zeigt sich an den Umständen zu diesem außerordentlichen Parteitag. Da hat der Verlierer der letzten Bundesvorstandswahl, Stefan Körner, zusammen mit anderen so lange Terror gemacht, bis Leute zurücktraten. Dadurch wurde eine Neuwahl erzwungen. Sehr erfolgreich. Wäre die Piratenpartei ein Staat, wäre das ein Putsch gewesen.

Schwachstellen sind aber auch, dass die Mehrheit der Pirat_innen, entgegen ihres eigenen Credos, kein Expert_innenwissen akzeptiert, sich von Befindlichkeiten treiben lässt und guten Politiker_innen, wie z.B. Anne Helm, für einen Fehler, der ihnen politisch nicht passt, monatelang das Leben zur Hölle macht. Und nicht zuletzt sind die meisten Pirat_innen vollkommen naiv und weigern sich die realen Machtverhältnisse anzuerkennen. Sie wollen lieber schöne Sonntagsreden hören und sich gut fühlen. Wie so ein Kaninchenzüchterverein.

2.1. Wie lässt sich das „win-lose-Verhältnis“ unterbinden? Wie ist „win-win“ möglich?

Ich sehe da keine Chance. Nicht so lange innerhalb der Partei Menschen geduldet werden, die andere Menschen derartig beleidigen, belästigen, verleumden, etc. Besonders als Frau, die ihren eigenen Kopf hat, ist es unerträglich. Die Gewalt, die täglich gegen Menschen ausgeübt wird im Internet – auch durch Piraten – wird komplett ignoriert. Die Piratenpartei hat es nicht geschafft sich während der Hetzjagd auf Anne Helm durch Neonazis mit ihr zu solidarisieren. Das hat selbst Heinz Buschkowsky (SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln) geschafft. Und wenn dich Heinz Buschkowsky links überholt … naja. Die Piratenpartei hat sich fundamental auseinanderentwickelt. Auf der einen Seite die emanzipatorischen Menschen, die auch bereit sind sich gesellschaftlichem Gegenwind zu stellen, um sich für marginalisierte Gruppen einzusetzen. Auf der anderen Seite feige Leute, die den Status Quo nur soweit verändert haben wollen, wie sie selbst davon profitieren. Achja und irgendwie ihre Vita noch retten wollen mit lustigen Pöstchen.

3. Welche Zukunftschance hat die Piratenpartei und wie kann sie an Glaubwürdigkeit gewinnen?

Die Piratenpartei hat in diesem Zustand keine Chance. Und ich sehe auch nicht, dass die strukturellen Probleme in den internationalen Piratenparteien irgendwie anders seien. Oder besser gelöst würden. Außerdem hat die Piratenpartei mit der Enttarnung einer Antifa-Aktivistin gegen ihren Anspruch auf Anonymität und Datenschutz massiv verstoßen. Und nicht zu vergessen ist der so genannte Orgastreik, bei dem die Verwaltung aus politischen Gründen die Infrastruktur abgeschaltet hat. Damit wurde soviel Glaubwürdigkeit verspielt, wie sie meiner Meinung nach nicht mehr wiederherzustellen ist. Nicht zuletzt, weil Beteiligte an dieser politischen Erpressung mit wehenden Fahnen in den neuen Bundesvorstand gewählt wurden.

4. Wie ist Dein Verhältnis in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Bundesvorstand/-verband und den Landesvertretungen?

Das ist doch eine „Selbstbeschäftigungsmaßnahme“ der Verwaltungsstrukturen. Das sind reine Verwaltungsorgane und bürokratische Verwaltungswasserköpfe, die dann vermeintlich politische Phrasen, die ohne Konsequenzen zur Kenntnis genommen werden, produzieren. Aber natürlich gibt es da Ausnahmen: der LV Sachsen oder auch die Bremer Pirat_innen. Nur leider sind die in der deutlichen Minderheit.

5. Was hat Dich bewogen, in die Partei einzutreten?

5.1.1. Ich bin immer schon politische gewesen. Trotzdem habe ich die Piratenpartei kritisch gesehen. Dann jedoch erlebte ich den Piratenstammtisch in Bonn und hatte den Eindruck – wenn ich mich politisch engagiere und tatsächlich etwas bewegen und verändern, reformieren möchte, dann vielleicht mit den Piraten. Ich habe die Leute so erfrischend, neu und voller Motivation empfunden. Sie wollten tatsächlich etwas bewegen, etwas verändern. Für Teilhabe und Demokratisierung in allen Lebensbereichen.

5.1.2. Mit „liquid democracy“ habe ich den Hack gesehen, mit dem die bekannten Parteistrukturen verändert werden könnten. Im Sinne einer Räterepublik. Da habe ich gedacht, dass es vielleicht doch einen Versuch wert ist sich so einem Parteiapparat anzuschließen. Ich habe nie daran geglaubt, dass die Piratenpartei einfach so alles anders macht, weil die Leute irgendwie toller sind. So naiv war ich nie.

5.1.3. Zur Bundestagswahl 2009 erlebte ich, wie viel Hass der Piratenpartei begegnete. Und da ich der Meinung bin, dass du dahin gehen musst, wo es wehtut, wenn du etwas verändern willst, war das für mich ein Zeichen, dass da irgendwas richtig gemacht wird.

6. Warum bist Du aus der Partei ausgetreten?

Die Desillusionierung, dass die Partei tatsächlich etwas verändern kann, begann recht früh. Und spätestens mit der Veröffentlichung meines Buches Ende 2012 und dem folgenden Shitstorm war mir dann klar, dass das Ding eigentlich tot ist. Die BILD hatte damals diesen Skandal ausgelöst. Klassischer Medienskandal eigentlich. Beleidigungen, Bedrohungen und Denunziationen waren die Folge. Besonders von Pirat_innen. Es kam zum Bruch. Viele Piraten waren plötzlich Gefolgsleute der BILD-Zeitung und unterstützten die Demontage, haben sich plump und feige mir gegenüber verhalten. Es entstand für mich ein irreparabler Schaden und eine Riesenenttäuschung. Denn scheinbar haben viele nicht kapiert, dass die BILD der Gegner sein sollte, wenn es um gesellschaftliche Veränderungen geht. Ich habe mich dann mehr oder minder zurückgezogen und immer weniger gemacht innerhalb der Partei. Und, naja, dann kam das Bombergate. Die Reaktionen darauf, dass eine Piratin – zugegeben mit drastischen Mitteln – gegen den größten Naziaufmarsch Europas und das Fraternisieren der Stadt Dresden damit, demonstriert, haben mich tief erschüttert. Da wurde NPD-Vokabluar bedient, Geschichtsrevisionismus betrieben, ganz zu schweigen vom Umgang mit Anne Helm selbst. An einem Punkt hieß es in diesem Zusammenhang von gewählten Pirat_innen sogar, dass Gewalt halt immer falsch sei. Ich meine wir reden hier vom 2. Weltkrieg! Soviel Unwissen, Ignoranz, Geschichtsrevisionismus und braunes Gedankengut habe ich dann nicht mehr ertragen.

Und dann saß ich auf dem Höhepunkt dieser Debatte, wo die Partei auf 5. Klasse Gemeinschaftskundeunterricht-Niveau der Verlauf des 2. Weltkrieges neu diskutieren wollte, in einem Café in Israel, in Jerusalem, und habe über diesen ganzen Wahnsinn, der auf Parteiebene geschieht nachgedacht und den Entschluss meines Austritts gefasst. Zu dem Parteitag in Halle bin ich dann nochmal eingetreten, da ich die Hoffnung hatte, dass vielleicht doch die emanzipatorischen, linken Kandidat_innen eine Chance haben. Tja.

7. Mit welchen großen Herausforderungen wirst Du von der Basis ausgehend konfrontiert?

Die Basis ist eine Illusion. Aber wenn ich was zu nennen hätte: Aggression, Hass, Bedrohungen, Kokettieren mit Unwissen.

8. Welche Zukunftsprognose wagst Du und wo steht Deines Erachtens die Partei in 15 Jahren?

In den Geschichtsbüchern. Es sei denn, dass die internationalen Piratenparteien die strukturellen Probleme früher angehen und lösen und die deutsche Piratenpartei dann irgendwann nachzieht.

 

 

34 Gedanken zu „Julia Schramm im Interview auf dem #bpt14.2

  1. ENTWEDER ICH BEKOMME MEINEN WILLEN ODER IHR SEID ALLE VOLL DOOF UND GEMEIN ZU MIR *mit dem füßchen Stampf* – Danke für’s Gespräch Frau Schramm. Und wo wir von Angriffen und Beleidigungen sprechen: Sehr nett all diejenigen als „Nichtvisionäre“ zu bezeichnen denen die eigenen Ziele egal sind und die andere verfolgen. Kann man machen, aber dann ist man halt selber doof (:

  2. Wie bewertet man diesen Text bloß objektiv? Ganz klar: mimimiminimimi die Piraten wollen nicht antideutsch sein mimimimimimi.

  3. Die Visionen der „Datenschutzkritischen Spackeria“ und „Antideutschen“ braucht die Piratenpartei nicht !!!

    Und „visionen“, die Piratenpartei hat Visionen wie zum Beispiel das BGE. Was wir aber nicht brauchen sind „visionen“ die in wirklichkeit nur verkappte Linksradikale Ideologien aus dem 19 Jahrhundert sind. Sry, ich will soziale, Libertäre aber dennoch gleichzeitig pragmatische, themenorientierte Politik machen und mich nicht dauernd mit irgendwelchen Ideologen die mir erklären wollen wie ich zu denken habe, auseinadersetzen müssen.

    „Die Basis ist eine Illusion. Aber wenn ich was zu nennen hätte: Aggression, Hass, Bedrohungen, Kokettieren mit Unwissen.“

    Wer die Basis so abwertet hat ohnehin keinen Willen zur Basisdemokratie sondern will nur authoritär die eigene Ideologie gegen diese durchsetzen. Insofern, ich bin froh das Schramm ausgetreten ist, ist denke ich besser so für die Piratenpartei.

    • Diese erwähnten recht unverkappten Ideologien (rofl), die den Verlauf der letzten zwei Jahrhunderte entscheidend prägten, haben sowohl die Begriffe sozial als auch liberal hervorgebracht … ich bezweifle bei deinem Beitrag ernsthaft oder eher laut lachend, dass du dich JEMALS mit der Form von Politik, die du dir da so für dich zu wünschen glaubst, auseinander gesetzt hast. Hört auf Julia zu nerven ..ihre Meinung über Argumentationslogik und Umgangston von Teilen der Basispiraten bestätigt sich jedem offenen Geist in euren unterirdischen Kommentaren.
      Wegen diesem allgegenwärtigen Tonfall, den ihr euch, so bin ich in vielen Fällen überzeugt, nur feige hinter euren Bildschirmen verborgen getraut…verlassen viele feingeistigere Menschen die Partei und wenn ihr das zulasst oder gar vorantreibt, werdet ihr euch irgendwann visionstechnisch, aber besonders politischebildungstechnisch (nützlich für ne Partei) ganz schön umschauen…

      • Genau das ist doch diese Überheblichkeit der Ideologie, allen anderen Unbildung vorwerfen, denn nur die Ideologisch korrekte Bildung ist in deren Augen überhaupt Bildung. Auch ein Grund warum Linke Parteien in der Bevölkerung (leider) so wenig Zuspruch erhalten.

        „ihre Meinung über Argumentationslogik und Umgangston von Teilen der Basispiraten bestätigt sich jedem offenen Geist in euren unterirdischen Kommentaren.“

        Das muss gerade aus der Schramm ecke kommen, jemand wo auf Twitter schreibt „Stalingrad war Wunderbar“ und „Thanks Bomber Harris usw“ hat eine unterirdische Diskussionskultur. Geht wo anders hin um die Leute zu Ideologie zu bekehren, wir haben da keinen Bock drauf und 98.6% der Wähler offenbar auch nicht.

        • Ich werfe mit Sicherheit nicht „allen“ Unbildung vor, weder „allen“ noch „vorwerfen“… aber man kann ja mal versuchen, euch zu sagen, dass der Einbruch kam, als man uns öffentlich nachsagte, wir hätten „kein Programm“ und seien eine „Ein-Themen-Partei“ für ein nur sehr kleines Klientel.
          Hier in Berlin kommunizieren wir unsere Ideen bezüglich digitaler Demokratie und den Konsequenzen in allen Politikbereichen noch recht erfolgreich, aber das mal einfach anzuerkennen, dass wir hier in einem Riesenwust vernetzter Kommunalpolitik hängen und so eine Ablehnung weitergehender inhaltlicher Arbeit bei uns einfach keinen!! Sinn macht, scheint in eurem pauschalen Berlingedöns nicht möglich zu sein. Ihr seid für Filesharing? Ihr möchtet Zugang zu Information? Ihr seid unzufrieden mit Intransparenz und Lobbyismus?
          Dann fragt BITTE auch, womit das noch so zusammenhängen könnte, dass Kunst und Kultur reiner Verwertungslogik unterliegen, dass eine gigantische Lobby versucht uns zu zerstören, dass die Massenmedien uns totschreiben und skandalisieren, dass freie Meinungsäußerung ein Problem ist (eure Gesinnungsdatenbankängste), dass die Menschen nicht mehr an die „Demokratie“ glauben und seht bitte irgendwann ein, dass euer Feind doch da draußen ist und ne Menge Kohle mitbringt und nicht wie eine Berliner Aktivistin aussieht, die sich nen Spruch auf den Bauch pinselt…Danke o/

          • P.S. zusätzlich zu der uns vorgeworfenen Eindimensionalität ist es der Öffentlichkeit (ich mache alle 4 Wochen Infostand, zwar in Kreuzberg aber halt bei Leuten, die was verändern wollen) besonders übel aufgestoßen, wie wir mit unseren eigenen Leuten umgehen…und genau solche beleidigenden Kommentarspalten werfen ein so übles Licht auf uns ALLE, wie es der Fehltritt eines einzelnen Promis nicht kann… ich werfe euch nicht vor, wenn ihr ne andere Meinung habt, wenn ich euch was vorwerfe und nicht nur hauptsächlich traurig über eure Äußerungen bin, werfe ich euch vor, gezielt einzelne Menschen zu mobben und fertig zu machen, Feindbilder die euch die Boulevardpresse liefert kritiklos zu übernehmen und einen aggresiven Stil zu pflegen, der jeden politisch sozialisierten Menschen einfach nur abschrecken kann…

    • @Robert Conin empfehle dir zur Reflektion des Schundes, den du da gelesen hast: „Der Baum der Erkenntnis“ von Maturana und Varela

  4. Das Interview sagt viel über die Interviewte und die Haltung der entsprechenden Peergroup aus und wenig über die Piraten. Was ich nach wie von der Peergroup vermisse, sind mal ein oder zwei selbstkritische Ansätze.

  5. Jetzt…nach diesem Interview, finde ich die Wahl der Piraten umso besser und es macht die Partei wieder ein bisschen wählbarer für mich, da wieder Hoffnung besteht.

    Schade finde ich, dass die Dame nach ihrem Austritt unberechtigterweise (subjektiv) wieder eingetreten ist.
    Nicht alle, die ihr Verhalten (die Sache mit dem Buch und ihren Auftritt in Dresden) nicht gut fanden, sind Gefolgsleute der BILD-Zeitung! Es gibt auch Menschen, die sich ihre Meinung tatsächlih noch selbst bilden.
    Ich fand beide Aktionen einfach nur debil, jämmerlich und parteischädigend.
    Aber wenn man solch ein Ego besitzt, lässt man natürlich keine anderen Meinungen (als die eigene) mehr zu.
    Und jetzt feuerspeiend Wunden lecken…irgendwie passt es.

    • Ist mir da ein Fehler unterlaufen?

      Und wenn sie nicht wieder eingetreten ist (wie mir gerade mitgeteilt wurde), dann frage ich mich allen Ernstes, warum sie hier so eine Plattform geboten bekommt. :/

      • Ich will nicht spamen, nur richtig stellen. Meine Meinung war doch die richtige.
        Zitat: >>Zu dem Parteitag in Halle bin ich dann nochmal eingetreten… <<
        Ach hätte sie es doch lieber gelassen!

          • Zur „Unterstützung“ von A.Helm hat Fr. Schramm noch einiges vom Stapel gelassen.

            Es ist wirklich unterirdisch was dieser antideutsche Freundeskreis mit der Partei macht und die Partei mit sich machen lässt. Das sie hier nun wieder für ein Pamphlet eine Bühne geboten bekommt ist nur ein weiterer Punkt auf der langen Liste.

  6. „Schwachstellen sind aber auch, dass die Mehrheit der Pirat_innen, entgegen ihres eigenen Credos, kein Expert_innenwissen akzeptiert“

    Denn es gibt nur eine einzige Expertin, ja? Ich glaube mit diesem Text hast du weder dir, noch der Partei einen Gefallen getan.

    Nun ja dann – Alles Gute, auch beruflich und dass du woanders glücklich wirst. Ganz sarkasmusfrei.

  7. Ich kann diesen Gender Text nicht lesen. Da tut mich das Auge weh! 🙂
    Und, es gibt keine Piratinnen!

    Die Piraten 2007/2008 haben sich dabei etwas gedacht. Nämlich egal ob Du Mann oder Frau bist, jeder kann mitmachen.

  8. Ich will mich nicht dafür entschuldigen, dass Leute wie Julia Schramm, Höffinghoff und Lauer nicht nach ihrem Willen formen konnten.
    Ich bin Pirat, lasse mich nicht verbiegen und bin politisch unkorrekt. Damit müssen diese Leute leben oder austreten. Ich will gesellschaftlich etwas verändern und glaube nicht ds dies möglich ist wenn man jeden Monat eine beliebige neue politisch Sau durchs Dorf treibt.
    Mittlerweile betrachte ich diese Leute um Schramm als Zwangsneurotiker die immer in Aktion und Bewegung, bleiben müssen, egal auf welcher Art, einfach um sich selber das Gefühl zu geben, wichtig für die Gesellschaft zu sein.
    Aber gerade dieser zwanghafte Aktionismus ist ja politisch vom System oder wem auch immer gewollt, damit keiner der Betroffenen, Akteure wie Zuschauer, die Zeit und Ruhe findet Probleme zu erkennen, sie zu focusieren und über Problemlösungsstrategien und deren Vor- und Nachteile nachzudenken und abzuwägen.

    Diese Leute sind gleichzeitig Täter und Opfer des kranken Systems und offensichtlich völlig schmerzbefreit dank ihrer Ego-Droge, besonders wichtig und etwas besseres zu sein.

    knut

  9. Ihr nervt ehrlich gesagt alle. Seit drei Jahren kriegt ihr nichts auf die Reihe. Beleidigt euch gegenseitig, haltet euch mit dämlichen Diskussionen auf und siehe da, habt eure potentiellen Wähler alle abgeschreckt. Vor der AFD ward ihr der Renner, Kids, bei Jung und Alt. Die wollten einfach nur aus Rebellion gegen ihre eigene Tradition lieber jemanden neues als denn die CDU wählen. Die Idee, die „Komischen“ würden am Ende doch recht haben, fanden nämlich viele sympathisch und es gab der Stammtischmentalität auch schönen Nachdruck. Ihr ward Helden. Aber nein, nein, ihr musstet dumme Diskussionen führen, die zu gar nichts bringen. Ihr musstet ja glauben, „Liquid Democracy“ – eine Software – würde das Problem lösen, das jede verdammte Partei irgendwann hat. Also so schließlich weiß ich gar nicht, ob ich traurig darüber bin oder eher froh. Euer Haufen hätte wahrscheinlich eh nichts zustande bekommen. Das sehe ich auch hier wieder an Schramm. Typische Piraten-Mentalität. Statt den Dialog zu suchen, wird einfach kollektiv beleidigt. Alter, Schramm, meinst Du, Du bist die erste, die so einen Text schreibt? Bei euch ist es doch mittlerweile Sitte, das jeder seinen Rundumschlag hin und wieder rauslässt. Das ist so verdammt egozentrisch, egoistisch und zeigt einfach deutlich: ihr wollt für etwas stehen. Nicht etwas ändern. Ihr seid die Fleischesser, die Tiere lieben, nicht die Veganer, die etwas ändern. Goddamnit, und euretwegen haben wir nun den Nazi-Lucke am Hals. Danke!

  10. Die Piraten und ihre Filterbubbles… die aller schlimmste Filterbubble ist nicht die Auswahl, wem man auf Twitter folgt, wem nicht und wen man blockt, sondern die Unfähigkeit die Aussagen und Taten von Freunden und Feinden objektiv beurteilen zu können. FREUND GUT, FEIND SCHLECHT!11

    „Da hat der Verlierer der letzten Bundesvorstandswahl, Stefan Körner, zusammen mit anderen so lange Terror gemacht, bis Leute zurücktraten.“

    „Ich sehe da keine Chance. Nicht so lange innerhalb der Partei Menschen geduldet werden, die andere Menschen derartig beleidigen, belästigen, verleumden, etc. Besonders als Frau, die ihren eigenen Kopf hat, ist es unerträglich. Die Gewalt, die täglich gegen Menschen ausgeübt wird im Internet – auch durch Piraten – wird komplett ignoriert.“

    Laut Riotbuddha ist „Geh mir aus der Sonne, sonst knallts hier!“ einem gegenüberstehenden ins Gesicht zu sagen keine Gewalt: „War völlig gewaltfrei!“

    ROFLCOPTERGTFO
    M(

  11. Frau Schramm weiß, was für Andere gut ist.
    Hört auf Frau Schramm.
    Wenn Frau Schramm an der Macht wäre, wäre alles gut und mindestens Weltfrieden.
    Alle anderen sind doof und unwissend.

    Ja, nee, ist klar!
    Das ist maximaler Realitätsverlust kombiniert mit solider Merkbefreitheit. Aus Leuten, die so agrumentiert haben, setzten sich die RAF-Sympatisanten zusammen.

    Ach ja – wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen … der hilft auch bei Neurosen.

  12. Warum gründet diese ‚progressive Plattform‘ nicht einfach ihre eigene ‚Progressive Partei‘. Dort können sie dann jede ihrer Ideologien nach Herzenslust durchsetzen und die Meinungsfreiheit durch zwei Bürgen stets garantieren. Warum ist die eingetreten, wenn das Ergebnis doch schon in eine bestimmte Richtung feststand? Wird sie auch wieder austreten?

    Lasst die Piraten doch endlich mit diesen scheiß Ideologien in Ruhe. Die haben daran kein Interesse.
    Ich bin Nichtpirat, aber das war mir schon von Anfang an klar bei den Piraten. Einige (ex)Piraten habens scheinbar nicht begriffen und separieren sich nun.
    Gemeinsam Austreten, eigene ‚progressive‘ Partei gründen und jeder ist wieder zufrieden – kann doch net so schwer sein?! 😉

  13. Ihr Eintritt markiert den Niedergang der Partei. Mit ihr und anderen kam das Gift des Feminismus, welches nichts und niemanden verschont. Wir haben das gut beobachten können.

    • Ich sehe nicht das Feminismus die eigentliche Ursache ist, sondern die mangelnde Lernfähigkeit. Wer keine Mehrheiten gewinnen kann, müsste sich eigentlich die Frage stellen, waren das nicht geschafft worden ist.

  14. An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen…
    Das lustige beim gendern ist ja, daß man da schon schön die Geschlechter herausstellen kann, obwohl man doch offiziell genau das Gegenteil machen will. So werden gerne positive Eigenschaften mit gegenderten *_Innen bezeichnet, aber wenn um negative Dinge geht greift frau dann doch lieber zum generischen Maskulinen. Lügner_innen und Heuchler_innen findet man in solchen Texten selten – um so mehr im realen Leben…

    Zum Rest des Textes brauche ich nichts zu sagen…
    …Frau Schramm hat sich für ihr Buch verkauft und jammert nun herum, daß man sie als käuflich ansieht… m(

    http://blogs.faz.net/deus/2012/09/19/julia-schramm-ein-buchdebakel-als-sieg-fuer-bertelsmann-901/

  15. …hab versucht das Interview zu lesen, weil mich WIRKLICH interesiert was diese Frau zu sagen hat….klappt nur leider nicht, mit diesen komischen Unterschriften ist der Text eben unleserlich…leider.

  16. Wer lässt ein solches Interview eigentlich auf offiziellen Seiten der Piratenpartei Deutschland zu?

    Das ist lupenreine Parteischädigung:

    – Dem aktuellen Bundesvorsitzenden wird unterstellt, er hätte „Terror gemacht“.

    – Es wird behauptet, die Partei hätte sich nicht vor Anne Helm gestellt, als sie von Neonazis bedroht wurde. (Hinweis: Das ist sehr wohl geschehen)

    – Teile der Partei werden als „feige Leute, die den Status Quo nur soweit verändert haben wollen, wie sie selbst davon profitieren“ diffamiert.

    – „Die Piratenpartei hat in diesem Zustand keine Chance.“ Eine parteischädigendere Äußerung geht kaum.

    – Teilen des aktuellen Bundesvorstands wird absurderweise „politische Erpressung“ unterstellt.

    In keiner anderen Partei würde eine solche Veröffentlichung toleriert werden. Ich erwarte, dass es nach diesem Interview Konsequenzen gibt.

  17. Ich bin Dresdner und kenne die Vorgänge um den 13. Februar. Es ist hier noch einmal ganz klar zu sagen: Eine »größten Naziaufmarsch Europas« hat es am Tag des #Bombergate (13.02.2014) nicht gegeben. Am Vorabend dieses Tages waren schätzungsweise 400 Rechtsradikale in Dresden und haben im Dunkeln demonstriert. Die Ereignisse am 12./13.02. als »größten Naziaufmarsch Europas« zu bezeichnen ist völliger Blödsinn. Ein wie auch immer geartetes Fraternisieren der Stadtverwaltung Dresden mit Neonazis hat es nicht gegeben.

    Die Foto-Session mit »Bomber Harris« fand auch nicht im Angesicht irgendwelcher Nazi-Demonstrationen statt, sondern in der ganz normalen Dresdner Touristenkulisse.

    • Merkwürdig, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, dass diese blödsinnige „Foto-Session“ nur im Atelier stattgefunden hat und dann in die malerische Kulisse der dresdner Altstadt hereinretuschiert wurde.

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